Mittwoch, 13. Juni 2012

EM 2012 - Niederlande: Spargelcremesuppe

Ich muss es jetzt einmal so sagen: Die Niederlande haben in meinen Augen keine tolle Ess-Kultur. Bei der Recherche, welches Gericht ich heute kochen soll, ist es mir schwer gefallen, mich zu entscheiden. Frikandel mag ich nicht essen, Vla gibt es im Supermarkt, Poffertjes sind zu süß, Cassis gilt nicht als Abendessen,... Ich hätte diese fehlende Ess-Kultur natürlich verdeutlichen können, indem ich ein Foto von ein paar Käseecken aus frischem Gouda (den können die Holländer immerhin ganz vorzüglich! Mein Tipp: ein kleiner Käseläden in Venlo, von den "Zwei Brüdern" kommend am Beginn der Einkaufsstraße auf der linken Seite! Wer einmal Käse von dort probiert hat, wird sich nie wieder mit Supermarkt-Gouda abspeisen wollen!) Als Kompromiss, welches Rezept ich heute vorstelle, habe ich mich für eine frische Spargelcremesuppe entschieden, schließlich sind die Niederlande das Land des Spargels!



Zutaten:
500 g Spargel (grün oder weiß oder beides)
1 TL Zucker
1 TL Salz
4 EL Öl
40 g Mehl
750 ml Gemüsebrühe
250 ml Weißwein
200 g Creme Fraiche
Salz, Pfeffer, Muskat
Saft von 1-2 frischen Orangen
Kresse
1 Becher geschlagene Sahne

Zubereitung:
Den Spargel schälen, vom Weißen das untere Ende abschneiden. In 3 cm lange Stücke schneiden. Mit Zucker und Salz in 1 l kochendem Wasser garen und nach 12-15 Minuten kochen rausnehmen. Öl in einem Topf erhitzen, Mehl unterrühren und bei schwacher Hitze kurz andünsten. Mit der Brühe löschen. Die Suppe aufkochen lassen, Wein und Creme Fraiche unterrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Spargelstücke in die Suppe geben und Orangen in die Suppe presssen. Die Suppe auf den Tellern anrichten, einen Klecks geschlagene Sahne darauf geben und diesen mit Kresse bestreuen.

Dienstag, 12. Juni 2012

EM 2012 - Polen: Bigos

Eine der größeren Herausforderungen bei unserem kulinarischen EM-Projekt: Bigos hätte ich wohl sonst nie gemacht. Das Rezept, das ich im Internet gefunden habe, wurde von meiner polnischen Freundin Vio abgesegnet - aber ich bin sicher, dass so ein Gericht immer besser schmeckt, wenn es von einem Landsmann gemacht wird. Unser Resultat: es war trotzdem richtig lecker und das Fleisch war so unfassbar zart, dass wir uns über dieses neue Rezept in unserer Sammlung gefreut haben.




Zutaten:
500 g Rindfleisch (ich habe Hüfte genommen)
3 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
Öl zum Braten
5 Tomaten
250 g Speck
250 g Weißkohl
500 g Sauerkraut
1 säuerlicher Apfel
3 Lorbeerblätter
Piment, Salz, Pfeffer,  Paprikapulver, Majoran
2 EL Tomatenmark
125 ml Rinderbrühe
250 ml Rotwein


Zubereitung:
Das Fleisch in Stücke schneiden und mit dem Speck in einem Bräter anschwitzen. Zwiebeln, Knoblauchzehen, und Apfel schälen und in Stücke schneiden. Zu dem Fleisch geben und mit anbraten. Den Weißkohl in feine Scheiben "schnibbeln", die Tomaten stückeln und beides mit dem Sauerkraut zum Fleisch geben, wenn das etwas Farbe angenommen hat. Fleisch würzen und mit der Rinderbrühe und dem Rotwein, in den vorher das Tomatenmark eingerührt wurde, auffüllen (alles muss bedeckt sein). Den Ofen auf 200 Grad vorheizen, das Bigos in dem feuerfesten Bräter für zwei Stunden in den Ofen geben. Wir haben dazu frisches Baguette gegessen und sind uns ganz sicher, dass es bei uns jetzt öfter Bigos geben wird! Ob ich mich traue, Vio mal dazu einzuladen, weiß ich aber noch nicht...




Montag, 11. Juni 2012

EM 2012 - Schweden: Köttbullar

Zugegeben, bei uns ist dieses Gericht wohl durch ein großes schwedisches Möbelhaus bekannt geworden und die Zutaten waren auch nicht ganz einfach zu besorgen. So musste ich dann  unter anderem doch auf Rinderhack zurück greifen - mein Metzger hatte kein Elchhack! Und die Gewürzmischung Piffi Allkrydda habe ich auch nirgendwo gefunden, also habe ich sie selbst  hergestellt. Belohnt wurden wir aber mit einem tollen Abendessen und einem richtig guten Geschmack, der dem Gericht aus dem Möbelhaus einiges voraus hat!



Zutaten für die Köttbullar:
500 g Hackfleisch vom Rind oder Elch
1 Zwiebel
1 Ei
2 EL Paniermehl
1 TL Salz
1 TL Pfeffer
1 Tl Piffi Allkrydda
Butter zum Braten
100 ml Wasser
200 ml Sahne
1 TL Mehl
1 Prise Zucker
Salz, Pfeffer, Piffi Allkrydda



Zubereitung:
Die Zwiebel schälen und in kleine Stücke schneiden. Ei, Paniermehl und die Gewürze mit der Zwiebel und dem Hackfleisch in eine  Schüssel geben und alles gut miteinander vermengen. Hände anfeuchten und aus der Hackfleischmasse kleine Bällchen formen (es gilt: je kleiner, desto besser). Heizt danach den Ofen auf 120 Grad (Ober-/Unterhitze). Hackfleischbällchen in heißem Fett scharf anbraten, danach in eine Auflaufform geben und im Ofen warm halten.
Sahne und Wasser in die Pfanne geben, mit dem restlichen Bratfett verrühren (Achtung: natürlich nicht das Wasser zuerst ins Fett geben - Brandgefahr!!!). Aufkochen lassen, mit dem Mehl binden (Tipp: ein wenig Wasser separat mit dem Mehl anrühren und dann erst unter die Sauce geben. Auch hier gilt mal wieder: Immer den Schneebesen benutzen und kräftig schlagen, damit die Sauce keine Klumpen hat!) Mit den Gewürzen abschmecken.
Wir haben die Köttbullar mit Salzkartoffeln, Preiselbeeren und Rosenkohl serviert! Probiert es doch einmal aus, das Gericht ist wirklich gut und mit der selbstgemachten Gewürzmischung ein wahrer Gaumenschmaus.




Zutaten fürs Piffi Allkrydda:

100 gSalz
3 ELChiliflocken
3 ELsüßes Paprikapulver
2 TLPfeffer
5 ELZwiebelpulver
2 TLKnoblauchpulver
5 TLSelleriesalz
3 TLCalciumpulver
1 TLMuskatnuss frisch gerieben
1 TLKoriandersamen gemahlen
1 TLschwarzer Kardamom gemahlen
0.5 TL Nelkenpulver
Zubereitung:
Die Gewürze in einen Mörser (oder einen Häcksler) geben, gut zu einem feinen  Pulver mahlen.




Sonntag, 10. Juni 2012

EM 2012 - Italien: Lasagne

Zugegeben, Lasagne ist eine langweilige Entscheidung gewesen, als wir überlegt haben, was wir heute kochen. Aber sie ist nun mal sooooooo lecker - und versprochen: ab morgen wird es außergewöhnlicher!



Zutaten:
500 g Hackfleisch halb und halb
2 Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
2 Möhren
4 Tomaten
1 Dose Tomaten
250-300 ml Rotwein
Lasagneblätter (ich entscheide mich für die frischen aus der Kühltheke)
2 Becher Creme Fraiche Kräuter
geriebener Käse (nach Wahl, ich mag gerne jungen Gouda)
Salz, Pfeffer, Paprikapulver, italienische Kräuter, 4 Lorbeerblätter
Zucker
frisches Basilikum

Zubereitung:
Die Zwiebeln und den Knoblauch schälen, in kleine Stücke schneiden und alles in Olivenöl anbraten. Die Möhren schälen, raspeln und ebenfalls anbraten (ich mache das in einer separaten Pfanne). Das Hackfleisch mit den Zwiebeln farbig braten, mit Salz, Pfeffer, Paprikapukver würzen. Wenn das Hackfleisch schön knusprig ist, die Dose Tomaten, die frischen Tomaten in Stücke geschnitten, die Möhren und den Rotwein zum Fleisch geben, alles aufkochen. Eine Prise Zucker zu der Sauce geben. Auch die Lorbeerblätter und die italienischen Kräuter in die Sauce mischen, abschmecken. Die Sauce sollte, um gut durch zu ziehen, ruhig 45 Minuten vor sich hin köcheln.
Den Ofen auf 200 Grad (Umluft) vorheizen. Die Lorbeerblätter aus der Sauce fischen. Eine Auflaufform nehmen, die erste Schicht ist Sauce, darauf Lasagneplatten verteilen. Es folgt noch eine Schicht Sauce, darauf wieder Nudeln. Den Rest der Sauce auf die letzte Nudelschicht geben. Das Creme Fraiche verrühren und auf den Schichten verteilen. Darauf den geriebenen Käse geben. 30 Minuten in den Ofen geben. Wenn Ihr die Lasagne aus dem Ofen nehmt, lasst sie noch mal 5 Minuten ruhen, bevor Ihr sie anschneidet, dann zerfällt sie nicht so schnell. Mit frischem Basilikum garnieren und genießen!




Samstag, 9. Juni 2012

EM 2012 - Deutschland: Currywurst

Heute spielt unsere Elf zum ersten Mal, also kommt es bei uns etwas aus der eigenen Heimat auf den Tisch. Ich muss aber zugeben, dass ich bei der Auswahl der heutigen Speisekarte am meisten Schwierigkeiten hatte (kann daran liegen, dass Schweinshaxe mal so gar nicht mein Fall ist ebenso wie Kölsche Flonz und Co. Und Sauerkraut gab es diese Woche schon bei uns). Also habe ich mich spontan für Currywurst entschieden. Aus der Diskussion, ob die Currywurst nun in Hamburg oder Berlin erfunden wurde, halte ich mich raus - ist für meinen Zweck ja auch egal, Hauptsache sie gehört zur deutschen Küche. Als Beilage haben wir uns für selbst gemachte Pommes und einen grünen Salat (fürs Gewissen) entschieden.



Zutaten (für 2 Personen):
2 Nürnberger Bratwürstchen (große natürlich)
2 kleine Zwiebeln
2 EL Olivenöl
1 EL Tomatenmark
250 g Tomatenketchup
3 EL Balsamicoessig
2 EL Honig
1 TL Sojasauce
1 TL Chilipulver
2 EL Currypulver

Zubereitung:
Die selbstgemachten Pommes haben wir in der Actifry gemacht. Dafür werden die Kartoffeln geschält, in Stifte geschnitten, mit 1EL Öl und Salz vermischt und 45 Minuten in meiner Lieblingsküchenmaschine fritiert. In der Zeit die Würstchen grillen. Für die Sauce die Zwiebeln in kleine Stücke schneiden, in Öl anschwitzen. Das Tomatenmark dazu geben und kurz mit anrösten. Mit ein wenig Wasser ablöschen. Ketchup, Balsamico und Honig hinzufügen und alles kurz aufkochen. Die Sauce mit Sojasauce, Chilipulver und Currypulver abschmecken. Unsere Version haben wir noch mit einem Schuss Sherry verfeinert. Die Würstchen werden in Stücke geschnitten, die Sauce wird darauf verteilt. Zum Schluss noch mit etwas Currypulver bestäuben.

Freitag, 8. Juni 2012

EM 2012 - Griechenland: Gyros

Fußballverrückter als mein Freund kann man wohl kaum sein. Deshalb ist es klar, dass bei uns Zuhause in den kommenden drei Wochen nur Fußball laufen wird (das Perfekte Dinner muss ich also aufnehmen...). Gestern haben wir uns spontan überlegt, die EM auch kulinarisch zu begleiten und jeden Tag ein Abendessen aus einem Land, das an diesem Tag spielt zu kochen. Zur Eröffnung hätte ich mich eigentlich für ein polnisches Rezept entscheiden müssen, aber da es doch sehr kurzfristig war, ist die Wahl für heute auf griechisches Gyros gefallen (verzeih mir Vio! Bigos gibt es dann am Dienstag!). Immerhin ist Gyros ein Gericht aus einem meiner liebsten Urlaubsländer - in das ich aber wohl erstmal nicht mehr fahren werde. Also hole ich mir Griechenland nach Hause (getippt habe ich in unserer Bürorunde aber trotzdem für Polen...)


Zutaten:
1 Schweinefilet (ja, es ist Gyros deluxe)
2 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
gutes (!) Olivenöl
Gyrosgewürzmischung
Kartoffeln
Salz, Pfeffer
1 Becher Creme Fraiche
1 kleiner Becher Quark
1 Gurke
1 kleine Dose Mais
1 Paket Schafskäse
3 große Tomaten
1 Paprika
(wer mag Oliven)

Zubereitung:
Am Vortag das Schweinefilet in Streifen schneiden, Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. In einer Schüssel Olivenöl, 2 Knoblauchzehen und die Gyrosgewürzmischung verrühren. Zwiebeln und Fleisch ebenfalls dazu geben, alles gut vermengen, abdecken und über Nacht kalt stellen.
Am nächsten Tag Paprika, Tomaten und eine halbe Gurke in Stücke schneiden, mit dem Mais vermengen und mit Öl, Salz und Pfeffer abschmecken. Darüber den Schafskäse zerbröseln. Wem es schmeckt, der kann noch Oliven zu dem Salat geben.
In einer Schüssel Creme Fraiche, Quark, 2 gepresste Knoblauchzehen und Salz und Pfeffer vermengen. Die andere halbe Gurke klein raspeln, Wasser ausdrücken (das geht zum Beispiel, indem Ihr die Gurkenmasse in ein sauberes Küchentuch gebt, dieses verschließt und dann das Wasser ausdrückt). Gurken in die Quarkmasse geben, gut verrühren, mit einem guten Schuss Olivenöl vermengen.
Dazu haben wir Kartoffelscheiben aus der Actifry gegessen.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Nachtisch: Creme Brulee

Ich liebe Creme Brulee: frisch, lecker und der Brenner kann auch endlich mal wieder benutzt werden! Bunsenbrenner für die Küche gibt es übrigens schon für 20 Euro, eine Anschaffung, die sich lohnt!
Probiert die Creme Brulee doch einfach mal aus, so schwer, wie man vielleicht vorher denkt, ist es gar nicht. Ich habe unterschiedliche Rezepte ausprobiert und mich am Ende für dieses entschieden. Bei Rezepten, bei denen die Milchmasse nicht aufgekocht wird, ist die Creme am Ende nicht wirklich fest geworden. Deshalb sollte Eure Wahl auf jeden Fall auf ein Rezept fallen, bei dem gekocht wird!


Zutaten:
250 ml Sahne
250 ml Milch
120 g Zucker
2 Vanilleschoten
2 Eier
3 Eigelb
brauner Zucker zum Karamellisieren

Zubereitung:
Die Vanilleschoten auskratzen. Die Sahne, die Milch, den Zucker, das Vanillemark und die Vanilleschoten in einen Topf geben und aufkochen. Eier und Eigelb in der Zwischenzeit schaumig schlagen, anschließend die heiße Sahne-Milch-Mischung langsam unterrühren. Den Backofen auf 150 Grad vorheizen. Eine Auflaufform (oder das Backblech, wenn es tief genug ist) mit Wasser füllen (vorsicht: nicht zu viel, dass es überschwappt, aber auch nicht zu wenig Wasser nehmen). In die Auflaufform ofenfeste Förmchen stellen, die Mischung für die Creme Brulee in diese Förmchen geben. 40 Minuten im Ofen stocken lassen, anschließend 4 Stunden im Kühlschrank abkühlen lassen (Naschkatzen machen sich direkt über eine heiße Form her, das ist auch sehr köstlich!!!) Vor dem Servieren mit braunem Zucker bestreuen und mit dem Bunsenbrenner karamellisieren.